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ÜBER TYCHO BRAHE
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Sophie Brahe
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Ven und Tycho Brahe
   

Die Familie Tycho Brahes

Otto Brahe von Knutstorp, der Vater Tycho Brahes, wurde 1518 geboren. Von 1567-71 war er Lehnsherr auf Schloss Helsingborg und starb ebendort am 9. Mai 1571. Mit sechsundzwanzig Jahren heiratete er Beate Bille, geboren am 29. April 1526 auf Skarhult, eine der Hofdamen Königin Sophies. Beate Bille verstarb am 18. Oktober 1605, gemeinsam wurden sie in der Kågeröder Kirche bestattet.

Das Ehepaar Brahe hatte fünf Söhne: Jörgen, Axel, Knud, Steen und Tyge (Tycho), dessen Zwillingsbruder Nils bei der Geburt starb; und es hatte auch fünf Töchter: Lisbet, Maren, Margrethe, Kirsten und Sophie.

Tycho wurde am 14. Dezember 1546 auf Knutstorp geboren und starb 1601 in Prag. Er heiratete 1573 — gegen alle herrschenden Regeln — eine Bürgerliche: Kirstine Barbara Jörgensdatter, einigen Quellen nach die Tochter des Pastors von Kågeröd. Nach Tychos Tod kaufte sie ein Gut in Böhmen, das sie bis zu ihrem Tode, drei Jahre später, bewohnte. Seite an Seite liegen beide in der Tegy-Kirche in Prag begraben.

Tycho und Kirstine bekamen acht Kinder: Kirstine, Magdalene, Claus, Sophie, Elisabeth, Sidsel, Tyge und Jörgen. In einigen Schriften wird noch ein weiteres Kind genannt, ein erstgeborener Sohn, Otte, der als Säugling verstorben sein soll. Vermutlich ist dies jedoch eine Verwechslung mit Tycho Brahes Enkelkind Otte, Tyges Sohn.

Tycho Brahes Nachkommen

Kirstine wurde am 12. Oktober 1573 geboren und starb bereits am 24. September 1576. Sie wurde in der Marienkirche in Helsingborg begraben, eine Tafel erinnert an sie.

Im Jahr darauf wurde Magdalene geboren. Bereits auf der Uranienburg wurde sie mit dem Mediziner Gellius Sascerides verlobt, den sie seit ihrer Kindheit kannte. Gellius löste jedoch die Verbindung und Magdalene blieb vermutlich bis zu ihrem Tod 1620(?) unverheiratet.

Claus (oder Claudius) kam am 2. Januar 1577 zur Welt und starb bereits mit sechs Tagen. Sein kleiner Körper wurde in Väsbys Kirche am Kullen begraben und sein Vater ließ eine Gedenktafel aus Messing anbringen.

Das nächste Kind, Sophie, wurde am 4. August 1578 geboren. Laut einigen Angaben heiratete sie Adam Felz (geboren 1601!) und bekam eine Tochter, Julie. Nach anderen Quellen starb sie 1655 — ledig.

Elisabeth (oder Lisbeth) wurde vermutlich 1579 geboren und starb 1613 in Regensburg. 1601 vermählte sie sich mit dem deutschen Adeligen Franz Gansneb Tengnagel von Kamp, seit 1595 Tycho Brahes Assistent. Franz führte allerdings nicht die Arbeit Brahes fort, sondern nützte die Berühmtheit seines Schwiegervaters für die eigene politische Karriere. Elisabeth und Franz hatten vier Kinder:

Ida Catherine, die einen polnischen Edelmann, Wybronowsky, heiratete, Wendela, Rudolf Tycho und Leopold.

Rudolf Tycho, ehelichte die böhmische Adelige Altbtta Frantitka Betkovska von tebítov und sie erwarben das Gut tádova Lhotice im südlichen Böhmen. Rudolf Tycho gelang es in den böhmischen Adel aufgenommen zu werden, er brachte es zum Kaiserlichen Hofrat und Königlichen Kommandanten im Dorf Malá Strana, letztendlich wurde er Kommandant für das Prager Schloss. Seine Ehefrau starb 1667 und er fünf Jahre später in seiner Dienstwohnung im Sankt Jití-Kloster im Prager Schloss; beider Leichen liegen in der Sankt Vitkathedrale bestattet.

Sie bekamen ebenfalls zwei Kinder: Anna Florentina, geboren 1635, unverheiratet 1672 gestorben und Altbtta (Elisabeth) Lidmila, geboren 1639. 1657 heiratete sie Baron Rudolf Adam von Lisov und Utelno, den Besitzer des Gutes Novt Stranov. Ein Jahr später kam Sohn Jan Václav Frantitek zur Welt, es folgten noch weitere 14 Kinder. Altbtta Lidmila verstarb 1698 (?). Von ihren Söhnen erreichten nur zwei das Erwachsenenalter: Jan Josef und Rudolf Josef. Rudolf Josef war bei seinem Tod der Besitzer des Gutes Novy Stranov, als sein Sohn Norbert 1731 in Paris starb, ging das Gut in den Besitz seines ältesten Bruders, des Jesuiten Rudolf (1704-1758), und seiner Schwestern über.

Sidsel oder Cecilie, geboren vermutlich 1580, wurde 1608 mit dem schwedischen Freiherren Gustav Sparre verheiratet, nach dem Tod ihres Mannes vermählte sie sich mit dem Österreicher von Prössing. Ihr weiteres Schicksal ist uns unbekannt; vermutlich starb sie 1640 in Krakau.

Tyge, selten Tycho genannt, wurde am 28. August 1581 geboren und starb am 2. September 1627. Sein Vater setzte große Erwartungen in des Sohnes Zukunft und ließ ihn an der Universität von Wittenberg ausbilden. Er heiratete 1604 die Witwe Markyta von Vitzthum. Das Ehepaar wohnte nahe dem Gut der Mutter, Kirstine Barbara, in Böhmen. Von ihren fünf Kindern erreichten nur zwei das Erwachsenenalter:

Kristine Barbara, 1628 ver heiratete mit Heinrich Abraham von Solhaus, der einem deutschen Geschlecht in Böhmen angehörte und das Gut Svádov besaß. Die Ehe blieb kinderlos.

Otto Tyge, geboren 1605(?), wurde nach dem Tod der Eltern Dragoner in der kaiserlichen Armee, er nahm 1650 den Abschied und heiratete Katetina Lidmila Kaptíková — Lesonická von Lesonice, Besitzerin des Gutes Ttchlovice in Ostbömen. Die Ehe blieb kinderlos. 1657 wurde Otto Tyge wieder Dragoner beim Vrbnas´ Regiment, verstarb aber bereits 1662 und wurde in der Kirche von Lesonice begraben. Seine Ehefrau verstarb Jahre später (1680) an der Pest, vermutlich in Wien.

Der letzte Sohn, Jörgen oder Georg, kam 1583 zur Welt. Er diente als Offizier im Heer des sächsischen Kurfürsten. Nach heutigem Wissen war er mit einer reichen Baronesse verheiratet, hatte aber keine (legitimen) Nachkommen. 1640 wurde er während einer Reise in der Nähe der Burg Ktivoklát in Böhmen während eines Überfalles getötet

Der letzte von Tycho Brahes Nachkommen mit Namen Brahe war somit Enkelsohn Otto Tyge, der 1662 verstarb. Tycho Brahes Verwandte, das dänische Geschlecht Brahe, verlosch auf der männlichen Linie mit Oberstleutnant Preben Brahe, der 1786 starb. Das schwedische Geschlecht Brahe stammt mütterlicherseits vom dänischen Zweig und nahm den Namen an.


Quellen: Harald Mortensen, Tycho Brahes slaegt, i Cassiopeia, Jahrbuch der Tycho Brahe-Gesellschaft, 1946. Angaben von Jan Pares, Prag, 1996. John Christianson, On Tycho´s Island, 2000.