Tycho Brahe – Ansicht der Welt

Tycho Brahe war mit Kopernikus´ Weltbild gut vertraut, aber die Männer des Klerus hatten mit ihrem Widerstand gegen dieses ketzerische System Erfolg, das die Grundfeste der Stellung der Kirche erschüttern würde, oder wie Martin Luther es ausdrückte: ,,Wer erdreist sich Kopernikus höher als den Heiligen Geist zu setzen?“
Wenn die Erde nicht das Zentrum im herrschenden Weltbild wäre, so wäre die gesamte etablierte Ordnung in Gefahr, vor allem die autoritäre Stellung auf die die Kirche ihre Macht begründete. Tycho Brahe hatte die Lehre des Kopernikus mit vielen Wissenschaftlern seiner Zeit diskutiert, trotzdem hatte um 1580 noch keiner von ihnen sich dazu bekannt.
Selbst hatte er durch seine Forschungsresultate, den neuen Stern und die Kometen betreffend, das herrschende Weltbild in Frage bestellt. Tycho Brahe lebte allerdings in einer Zeit des Aufbruchs. Die Religion nahm Einfluss auf seine wissenschaftliche Arbeit. In Interpretationen seiner Arbeiten betonte er mehrmals dass die wissenschaftlichen Resultate stets in Harmonie mit der theologischen Wahrheit stehen müssten. Einige wissenschaftliche Beobachtungen fand er gleichbedeutend wichtig wie die Autorität der Bibel. Diese Einstellung spiegelt sich sehr deutlich in Tycho Brahes eigenem Weltbild wider.
Letztendlich gelangte er zu einer Anschauung, die als eine Art Kompromiss zwischen den Systemen des Ptolemaios und des Kopernikus angesehen werden kann. Laut Tycho Brahe befand sich die Erde unbeweglich im Zentrum des Universums. Die Erde war der Mittelpunkt sowohl für die Sonnen- und die Mondbahn ebenso wie für Fixsterne. Um die Sonne kreisten die anderen Planeten: Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn.
Dass die Astronomen auf Ven zu einem anderen Schlusssatz als Kopernikus gelangten, beruhte vorwiegend auf Tycho Brahes Nichtakzeptanz der Erdbewegungen. Sein gewichtigstes Argument war die Diskrepanz einer beweglichen Erde im Zusammenhang mit den Aussagen der Bibel. Ein so schwerer Körper könne nicht das Vermögen haben eine Bahn pro Tag zu laufen und noch weniger die Sonne in einem Jahr zu umkreisen. Dies streite ganz einfach gegen alle physikalischen Gesetze. Tycho Brahe hielt in diesem Fall an die Prinzipien des Aristoteles fest. In seiner Argumentation führte er weiters an, dass, sollte die Erde rotieren, so würde ein Stein, hoch in die Luft geworfen, nicht wieder an dieselbe Stelle der Erdoberfläche zurückfallen."
Fakten: Jönsson, Å: Tycho Brahe – Weltbürger von der Insel Ven. Historiska Media 2004
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