Wie starb Tycho Brahe?


Am 13. Oktober 1601 nahm Tycho Brahe an einem Gastmahl teil, es wurde viel getrunken. Der Überlieferung nach verspürte Tycho Brahe einen starken Harndrang, verließ aber aus Höflichkeitsgründen nicht den Tisch. Er fühlte sich jedoch immer schlechter und musste sich schließlich heimbegeben. Bald bekam er Fieber, Schwindel und zeitweise wurde er sogar ohnmächtig. Im Fieberwahn äußerte er mehrere Male: "Ne frustra vixisse videar!" — "Möge ich nicht vergebens gelebt haben!" Am 24. Oktober nahm er Abschied von seinen Nächsten und verstarb friedlich. Sein Begräbnis erfolgte unter großen.
Ehrbezeugungen in der Teyn-Kirche in Prag; drei Jahre später wurde ein Marmordenkmal ihm zu Ehren aufgestellt.
Die Analyse von Tycho Brahes Haar zeigt einen hohen Quecksilbergehalt. Aus diesem Grunde nahm man früher an, dass er an einer Vergiftung starb: Zur Vergoldung von Instrumenten wandte man dieses Metall an, Brahe und seine Assistenten mussten somit große Mengen Quecksilber eingeatmet haben, ebenso im Zusammenhang mit chemischen Experimenten. Viele Arzneien Tycho Brahes enthielten außerdem Quecksilber. All dies könnte eine Ursache für seinen Tod sein, meinte man. Aber spätere Haaranalysen von einigen Zeitgenossen Tycho Brahes, wie er einbalsamiert, wiesen gleich hohe Quecksilberspuren auf. Forscher diagnostizierten daraufhin eine Prostatavergrößerung als Todesursache Tycho Brahes.

Die Universität Lund führte im Sommer 1996 eine PIXE-Analyse von Tycho Brahes Haar (PIXE = Particle Induced X-ray Emission) durch. Mit der PIXE-Methode ist es nicht nur möglich zu sehen, welche Stoffe im Haar zu finden sind, sondern auch exakt, wo sie zu finden sind. Wenn das Quecksilber von der Einbalsamierung stammen würde, wäre das Element an der Haaraussenwand nachweisbar. Sollte Tycho Brahe langsam vergiftet worden sein, auf Grund chemischer Experimente oder Vergoldung, wäre das Metall im Haar abgelagert. Die Analyse hat jedoch inzwischen gezeigt, dass nur ein Haar Quecksilber beinhaltete. Dieses Haar war das Einzige mit Haarwurzel und das Metall befand sich eben nahe der Wurzel. Es wurde im Haar festgestellt, beweist somit, dass das Quecksilber sich über den Blutweg im Körper ausbreitete.
Man hat berechnet, dass die Quecksilberkonzentration sehr schnell stieg, in etwa 5-10 Minuten, und dass sie ebenso schnell wieder sank. Dieses plus dem Abstand der Quecksilberkonzentration von der Haarwurzel beweisen, dass Tycho Brahe zirka 20 Stunden vor seinem Tod eine große Dosis erhalten hatte. Die Analyse zeigt bedauerlicherweise nicht an, wie Tycho Brahe das Metall in seinem Körper aufnahm. Vielleicht nahm er es als Medizin gegen ein Leiden. Dies bleibt im Dunklen. Mit Sicherheit kann man heute nur sagen: Er starb vermutlich an Quecksilbervergiftung. |