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Sternenburg - ein astronomisches Observatorium unter der Erdoberfläche

Um die Positionsmessungen noch mehr zu präzisieren, befand Tycho Brahe, es sei notwendig, die Instrumente vor störenden Winden zu schützen und auf ein kräftigeres Fundament zu stellen. Das führte zu dem Entschluss, ein neues Observatorium zu bauen, im Jahr 1584 – die Sternenburg. Die Sternwarte ist teils unter dem Erdniveau angelegt und durch Observationsöffnungen, die sich nur in die Beobachtungsrichtungen öffneten, erreichte man eine neue Stufe der Genauigkeit. Gleichzeitig konnten Temperaturschwankungen vermieden werden, was wiederum die Genauigkeit erhöhte.


Malerei der Sterneburg wurde in den späten 1500


In jeder der fünf Krypten war ein Instrument fix aufgestellt. Der in der Mitte gelegenen quadratische Raum, das sogenannte Hypocaustum, war beheizbar und diente der Vorbereitung von Beobachtungen, um Ergebnisse zu studieren oder einfach nur, um die Wartezeit bei Bewölkung zu überbrücken. Der Eingang lag gegen Norden, rechts auf der Zeichnung. Die Umzäunung hatte die selbe Form wie die äußeren Mauern der Uranienburg.

Das Bild zeigt die Situation im Jahr 1951


Die mächtigste Äquator-Armillarsphäre befand sich in der größten Krypta. Das war ein mächtiger Globus, aufgebaut aus Stahl- und Messingringen mit einem Deklinationszirkel von 2,72 m Durchmesser (auf dem Bild dargestellt) und einem Äquatorialzirkel mit einem Diameter von 3, 50 m. Dank einer ausgeklügelten Installation konnte die Armillarsphäre in jeder Position gegen das Firmament gerichtet werden. Brahes Visiere und quergehende Skalen gewährleisteten eine Genauigkeit von einer viertel Bogenminute, will sagen 15 Bogensekunden. Gleich nach dem Mauerquadranten war die Armillarsphäre Brahes meist exaktes Messwerkzeug.

Als Brahe Ven verließ und ins Exil ging, nahm er seine Instrumente mit. Nach ihm konnte keiner etwas mit der Sternenburg anfangen und so verfiel das Gebäude schnell und wurde im Lauf der Zeit mit Erde überdeckt. Im letzten Jahrhundert fanden jedoch mehrere Ausgrabungen statt.