Papiermühle

Seine ersten Werke ließ Brahe in Kopenhagen drucken, darunter sein Buch über den neuen Stern, De Nova Stella, erschienen 1573. Exemplare besitzen der Runde Turm von Kopenhagen und die Universitätsbibliothek Lund. Natürlich hätte Brahe seine Arbeiten auch weiterhin in der Hauptstadt herstellen lassen können, auch nach seinem Umzug auf Ven, aber er musste ja die ganze Zeit in der Druckerei anwesend sein! Er wollte die Ausführung Seite für Seite überwachen, schon allein der Sicherheit wegen: Während des ganzen Produktionsverlaufs beunruhigte ihn der Gedanke, dass ein anderer Zugang zu seinem Werk bekommen und es in der Folge als sein eigenes ausgeben könne. Mit aus diesem Grund, wenn nicht sogar nur aus diesem, begann Brahe 1584 mit der Einrichtung einer eigenen Druckerei auf Uranienburg, wo er mit seinen Büchern arbeitete und sich gleichzeitig seinen Beobachtungen widmete.
Die Schwierigkeit, an Papier zum Bedrucken zu gelangen, löste Brahe, indem er es selbst produzierte; zu diesem Zweck baute er eine Papiermühle.
„ Die vielbesprochene Mühle ist fast fertig gestellt. Ein hoher und breiter Wall reguliert einen — sowohl in der warmen wie in der kalten Jahreszeit — ausreichenden Wasserzufluss. Das Rad, welches 12 Ellen im Durchmesser misst, wird von der kleinst möglichen Wassermenge angetrieben und ist außer für die Papiererzeugung noch Kraftquelle für zwei Industrien. Fischteiche sind angelegt worden, falls Bedarf besteht, können diese ebenfalls für die Mühle Wasser liefern. Noch vor einigen Jahre war hier nur trockene Landschaft." (Aus einem Brief Tycho Brahes, 1589)

Auf der Karte im Blaeus Atlas von 1663 sieht man die Teiche, die Brahe terrassenförmig nach einander anlegen ließ: sie sollten das Regenwasser aufsammeln. Das Wasser wurde daraufhin in den großen Mühlenteich auf der südwestlichen Inselseite geleitet. Heute kann man noch immer deutlich die Schutzdämme erkennen.
Die Zeichnung N. A. Moeller Nicolaisens ist ein Versuch, die Papiermühle zu rekonstruieren, seit seinen Ausgrabungen ebendort, 1933-34
"Unterhalb der Schutzdämme lag die Papiermühle, von 1589-92 errichtet. Weiters diente sie zum Korn mahlen und zur Lederverarbeitung, im Gebäude gab es außerdem Vorrichtungen zur Leinenstampferei, einen Waschraum und einen Papierlagerraum. Tycho Brahe besaß das Privileg für alle Leinenlumpen auf Ven - für seine Papierherstellung. Selbst heute noch behaupten die Inselbewohner, dass er, um an ihr Leinenzeug zu gelangen, die Mägde jagte.
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